Essenz der 1.000 Arbeitsschritte

Obstbrände sind vergleichsweise teuer – richtig! Aber bis die Frucht in veredelter Form ins Glas kommt, sind zahlreiche Arbeitsschritte- und stunden notwendig. Pflanzen, Pflegen, Ernten, Transportieren, Kontrollieren, Einmaischen, Vergären, Destillieren, Testen, Lagern, Abfüllen, Etikettieren, Verpacken, Konfektionieren – und zusätzlich sind Geduld, Zeit, handwerkliches Können und Leidenschaft gefragt. Wer sich all die einzelnen Arbeitsschritte in der Herstellung einmal genauer vor Augen führt, bis die Frucht in veredelter Form ins Glas kommt, wird schnell feststellen, dass die Leistung hier den Preis toppt.

Die Frucht

Alles beginnt bei der Frucht und damit ist nicht schon direkt die Ernte gemeint. Der Obstbauer muss erst einmal den perfekten Ort finden, um die Bäume zu pflanzen. Diese müssen dann über Jahre wachsen und regelmäßig gepflegt werden, damit sie später Früchte tragen. Wenn die Früchte dann reif sind, werden sie geerntet. Teilweise geschieht das noch von Hand, wie bei der Zibarte, was sehr aufwendig und zeitintensiv ist. Idealerweise werden diese Früchte direkt zur Brennerei transportiert, damit sie dort noch baumfrisch ankommen und direkt weiterverarbeitet werden können.

Die Maische

Bevor die Früchte eingemaischt werden, unterziehen die Brenner sie strengen Qualitätskontrolle. Insbesondere bei Kirschen werden hierfür die „Grad Oechsle“ gemessen. Nur die Früchte, die die strengen Anforderungen erfüllen, werden weiterverarbeitet. Steinobstfrüchte werden entsteint und Kernobstfrüchte entkernt, damit der Geschmack des Destillats durch Bitterstoffe nicht beeinträchtigt wird. Anschließend werden die Früchte zerkleinert und eingemaischt. Bei der Kühlgärung kann dieser Prozess bis zu drei Wochen dauern. Früchte, die zu wenig Fruchtzucker erhalten, werden hingegen in Alkohol eingelegt, Mazeration genannt.

Das Brennen

Ist die Maische fertig vergoren und hat die Qualitätskontrolle durchlaufen, beginnt das Brennen. Dieser Prozess kann bis zu 10 Stunden dauern. Bei Scheibel wird in der Regel zweifach destilliert, erst der Roh- dann der Feinbrand und das geschieht aus Qualitätsgründen in zwei voneinander getrennten Brennblasen. Eine Besonderheit dabei ist, dass wir unsere Brände in der Brennerei ‚neue zeit‘ über Gold destillieren. Das verleiht den Bränden einen eigenen Charakter. Ebenso wie die Anlage ‚Alte Zeit‘, in der wie vor hundert Jahren noch über Holzfeuer destilliert wird. Die Kontrolle im Labor ist obligatorisch, um eine gleichbleibende Qualität der Destillate zu gewährleisten. Erst dann wird der Brand mit Wasser auf Trinkstärke gebracht.

Das Lagern

Nun folgt einer der wichtigsten Schritte bei der Herstellung von Edelbränden, die Lagerung. Denn erst hierbei kann der Brand zur Ruhe kommen und seine volle Aromen entwickeln. Das kann in Glas, Ton, Edelstahl oder im Eichen bzw. Akazienfass erfolgen, je nach Produkt. Dass ein Produkt auch mal 10 Jahre im Lager reift, ist dabei keine Seltenheit, denn erst wenn das Produkt seine ideale Reife erreicht hat, darf es das Lager verlassen. Hierfür werden regelmäßig Qualitätskontrollen durchgeführt und verkostet, um den idealen Zeitpunkt abzupassen, wenn das Produkt die gewünschte milde Fruchtigkeit erreicht hat – bei Scheibel übrigens noch Chefsache!

Das Abfüllen & Konfektionieren

Bevor die Produkte in den Verkauf gehen, werden sie in speziell designten Flaschen abgefüllt und etikettiert. Den letzten Feinschliff erhalten viele Produkte allerdings erst beim Konfektionieren. Am so genannten „grünen Tisch“ werden Details in echter Handarbeit an den Flaschen angebracht. Damit heben sich die Destillate nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch von handelüblicher Ware ab.

Erfahren Sie mehr über das Brennverfahren sowie die Unterschiede der Destillation über Gold in unserer Brennerei ‚neue zeit‘ und der Destillation über Feuer in unserer Brennerei ‚Alte Zeit‘. Außerdem verraten wir Ihnen hier gerne mehr über die Lagerung der edlen Brände, seltene Früchte die bei uns zum Einsatz kommen und die Fassherstellung.